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Mordiggian

Mordiggian (auch „Der Leichengott“ oder „Der Große Ghoul“) ist ein Großer Alter, der schon aus den Erinnerungen der Menschheit verschwunden ist. Einzig die Ghoule in der Stadt in Zothique Zul-Bha-Sair, wo kein anderer Gott herrscht, wird er angebetet. Menschen halten ihn nicht für einen Gott, sondern für einen einfachen Ghoul. Die Priester von Zul-Bha-Sair nehmen Menschen die Toten ab, ob Mensch oder Tier und weihen sie Mordiggian. Wenn er persönlich an einem Ort erscheint, wird jegliches Feuer und jede Hitze verschlungen, während die Temperatur im Raum sinkt und der Ort mit kalter Luft ohne jegliche Bewegung bleibt. In der Geschichte "The Charnel God" von Clark Ashton Smith trifft der junge Mann Phariom auf ihn, da seine kranke, tot scheinende Frau Elaith, eben jenem Gott geopfert werden soll. Er wird folgendermaßen beschrieben:

„[Sie] wurden umrandet von einem kolossalen Schatten, der nicht von irgendetwas in diesem Raum geworfen wurde. Er füllte die Portale an beiden Seiten des Raums und thronte über den Türstürzen - Dann, wurde es rasant mehr als nur ein Schatten: Es war eine Masse aus Finsternis, schwarz und trüb, welche irgendwie die Augen mit einer eigenartigen Verwirrung blendete. Es schien, als würde sie die Flammen aus den roten Urnen verschlucken und die Kammer nun mit einem völligen Frost, Tod und Leere füllen. Seine Form glich der eines Wurms, so groß wie ein Drache, seine weiteren Windungen formten noch immer die Finsternis im Gang; aber von einem Moment zum anderen veränderte er sich, wirbelte herum, dreht sich um seine eigene Achse, als wäre er am Leben, so wie die wirbelnden Energien aus dunklen Äonen. Flüchtig trug er das Erscheinungsbild von einem dämonischen Riesen mit einem Kopf ohne Augen und einem Körper ohne Körperteile; dann sprang er weiter, breitete sich aus wie ein Rauchfeuer und schwebte weiter in die Kammer.1)

Mordiggian scheint sich allerdings nicht für die Lebenden zu interessieren, wie die Priester Phariom erzählen, als er mit seiner aus dem Koma erwachten Frau aus dem Tempel von Mordiggian flieht, während drei Totenbeschwörer versuchen, die Leiche einer Frau zu stehlen:

„Geht, denn Mordiggian ist ein Gott, der nur mit den Toten zu schaffen hat, er interessiert sich nicht für die Lebenden. Und wir, die Priester von Mordiggian, handeln nach unserem eigenen Ermessen mit denen, die versuchen, sein Gesetz zu brechen und eine Leiche aus seinem Tempel zu entfernen.“2)

Außerdem wird über Mordiggian gesagt, dass er sehr ruhig ist, allerdings sein Zorn, wenn erst einmal erweckt, keine Grenzen kennt: „Menschen sagen, dass der Zorn von Mordiggian, obwohl rar erweckt, entsetzlicher ist, als der Zorn jeglichen anderen Gottes. Aus diesem Grund wagte es niemand, ihn jemals zu berauben oder zu versuchen, auch nur einen Leichnam aus seinem Gotteshaus zu entfernen.“3)

Zusätzlich scheint Mordiggian weder zu ruhen, noch zu schlafen, sondern betrachtet auf ewig seinen Tempel mit seinen Opfergaben. 4)

Der Kult des Mordiggian befindet sich in seinem schwarzen Tempel in Zul-Bha-Sair, welcher von Ghoulen bewohnt wird. Die Menschen im Königreich akzeptieren sein Gesetz und übergeben ihm bereitwillig die Toten. Selbst Könige fürchten sich vor ihm, allerdings beten sie ihn nicht an.

Die Ghoule holen die Leichen überall aus dem Königreich und bekämpfen gezielt ihre Widersacher, wenn ihnen eine Leiche verwehrt wird. In der Regel töten sie ihre Widersacher nicht, da sie eine Gegenwehr gegen den Tod als eine menschliche Schwäche abtun.5)

Die Priester des Kultes tragen dunkle lilafarbene Roben und silberne Masken in Form von Totenschädeln.

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Morddoth, der Herr der Toten, ist wie Mordiggian ein Gott des Todes, der seinerseits jedoch Wert auf sexuelle Energien legt, um mächtiger zu werden und seine Herrschaft zu verbreiten. Sein wahres Aussehen ähnelt von einem „verrottenden schwarzen Mantarochen“6), der in der „Äußeren Finsternis“7) residiert. Laut einer Prophezeiung soll beim Tod des Universums Morddoth als einziger übrigbleiben und herrschen.

Eine weitere Beschreibung bietet der Götze seines Kultes:

„Das Abbild erinnerte an einen Klumpen verknoteter Tentakel über einer tintenschwarzen Masse, die an eine Blumenzwiebel gemahnte. Das Abbild sah aus, als verfaule es im Augenblick […]. Es gab keine Augen, keine Münder und keine anderen Gesichtsmerkmale, die sie hätte ausmachen können.“8)

Kult

In der Gegenwart findet Morddoth - im Gegensatz zu Mordiggian - in gewissen düsteren Sekten durchaus Anbetung. Es ist bekannt, dass diese gar geneigte, jüngere Mitglieder (in „Nekros Nomos Ikonos“ ist von Mitgliedern der Goth-Szene die Rede) gestatten und sich nach Aufnahme in den Kult zu Kindern Morddoth' erklären.

Um ihn zu beschwören, muss Voll- oder Neumond herrschen.9) Bevorzugt werden Friedhöfe oder andere Orte ähnlich morbider Ausrichtung. Als Intonation dient die Phrase: „Fürchte die Dunkelheit nicht[,] […] empfange sie und sie soll dich auf ewig mit ihrem Leichentuch beschützen“10). Bei dem erfolgreichen Ritual fährt Morddoth in „den Einen“ (oder „die Eine“)11) und verwandelt jenen (oder jene) in den Verkünder seiner Macht des Todes.

Da er der Gott der Ghoule ist, wird er im „Tale Haddoth am Nil und im urzeitlichen Altuas angebetet“12).

Herkunft

  • Im Rahmen des beißenden schwarzen Humors, der in Clark Ashton Smith' Geschichten für gewöhnlich vorherrscht, ist es erstaunlich, wie glimpflich „The Charnel God“ ausgeht.
  • Als Personifikation des Todes ist Mordiggian und sein Avatar James Ambuehls Interpretation zufolge kein Großer Alter, sondern ein Äußerer Gott. Dennoch fand diese Überlegung im Rollenspielkanon bisher keine Berücksichtigung.
    • Morddoth' Äußere Finsternis erinnert somit selbstredend stark an die Äußere Hölle, in der Azathoth und sein Gefolge existieren.
  • Morddoth wird von seinen unreiferen Anhängern mit Kosenamen auch „ole Mordy“ genannt.

1)
Originaltext (Clark Ashton Smith: „The Charnel God“): “[They] were outlined against a colossal shadow that was not wrought by anything in the room. It filled the portals from side to side, it towered above the lintel — and then, swiftly, it became more than a shadow: it was a bulk of darkness, black and opaque, that somehow blinded the eyes with a strange dazzlement. It seemed to suck the flame from the red urns and fill the chamber with a chill of utter death and voidness. Its form was that of a worm-shapen column, huge as a dragon, its further coils still issuing from the gloom of the corridor; but it changed from moment to moment, swirling and spinning as if alive with the vortical energies of dark eons. Briefly it took the semblance of some demoniac giant with eyeless head and limbless body; and then, leaping and spreading like smoky fire, it swept forward into the chamber.„
2)
Originaltext (Clark Ashton Smith: „The Charnel God“): „Go, for Mordiggian is a just god, who claims only the dead, and has no concern with the living. And we, the priests of Mordiggian, deal in our own fashion with those who would violate his law by removing the dead from the temple.“
3)
Originaltext (Clark Ashton Smith: „The Charnel God“): „Men say that the wrath of Mordiggian, though seldom lossed, is more dreadful than the wrath of all other deities. For this reason, none has dared to defraud him in latter years, or attempt the removal of any of the corpses from this fane.“
4)
Originaltext: Clark Ashton Smith („The Charnel God“): „They say that Mordiggian does not sleep and he watches all things eternally from his black vault beneath the temple.“
5)
vgl. Clark Ashton Smith: „The Charnel God“
6)
Originaltext (Ambuehl: „Nekros Nomos Ikonos“): „rotting black devilfish“
7)
Originaltext (Ambuehl: „Nekros Nomos Ikonos“): „Outer Darkness“
8)
Originaltext (Ambuehl: „Nekros Nomos Ikonos“): „The figure looked like a lump of tentacles, knotted together above a mass of inky darkness like a large flower bulb. The figure was depicted as rotting away […]. There were no eyes, nor mouths, nor any facial features as far as she could determine.“
9)
Originaltext (Ambuehl: „Nekros Nomos Ikonos“): “[T]heir master could only be summoned to this plane of existence during the full and new moons.„
10)
Originaltext (Ambuehl: „Nekros Nomos Ikonos“): „Fear not the darkness …[,] […] embrace it and it shall always protect you in its enveloping shroud“
11)
Originaltext (Ambuehl: „Nekros Nomos Ikonos“): „the One“
12)
Originaltext (Ambuehl: „Nekros Nomos Ikonos“): „worshipped in the Valley of Hadoth by the Nile, and in ancient Altuas“
  • grosse_alte/mordiggian.txt
  • Zuletzt geändert: 10.02.2016 21:16 Uhr
  • von purpletentacle