Arkham Horror (Brettspiel)

Arkham Horror ist ein kooperatives Brettspiel für 1-8 Spieler von Richard Launius und Kevin Wilson, das den Cthulhu-Mythos zum Hintergrund hat. Das Original erschien 1987 bei Chaosium. Seit 2005 existiert eine überarbeitete Fassung von Fantasy Flight Games, in dem sowohl die Illustrationen als auch die Regeln stark verändert wurden. In Deutschland hat der Heidelberger Spieleverlag das Brettspiel und alle acht bisher erschienenen Erweiterungen verlegt. Neben den acht Erweiterungen wurde die „Der Fluch des Schwarzen Pharaos“ in überarbeiteter Form herausgebracht, um die Spielmechanismen besser in den Spielfluss einfügen zu können.

In Arkham Horror geht es darum, mit ein oder mehr Ermittlern das Erwachen des Großen Alten aufzuhalten. Sie bewegen sich in Arkham und den umliegenden Orten, um Hinweise und Ausrüstung zu sammeln. Währenddessen öffnen sich an instabilen Standorten regelmäßig Tore in andere Welten und treiben damit die Zeit bis zum Erwachen des Großen Alten voran. Falls der Große Alte erwacht, haben die Ermittler zwar noch die Chance, ihn im Kampf zu besiegen, doch stellt sich dies meist als Herausforderung heraus.

Es gibt verschiedene Siegbedingungen, durch die die Spieler gewinnen können:

  1. Sie sammeln Hinweise und versiegeln Tore, die sie zuvor erkundet haben.
  2. Sie schließen gleichzeitig alle und genug Tore.
  3. Sie besiegen den Großen Alten im Endkampf.

Je nachdem, welcher Große Alte im Spiel ist, gestaltet sich dies mehr oder weniger schwierig. Zudem kommen mit den Erweiterungen komplexere Regelmechanismen zu den Grundregeln hinzu, die den Spielern das Leben schwer machen. Man kann zusätzlich einen Vorboten auswählen, um das Spiel schwerer zu machen, oder einen Wächter oder eine Institution, um es zu vereinfachen.

Während das Brettspiel sich grundsätzlich an allem bedient, was der Cthulhu-Mythos hergibt, lassen sich doch viele Parallelen zu dem Rollenspiel ziehen. Tatsächlich sind klassische Vorkommnisse des Rollenspiels als umfunktionierte Regelmechaniken im Brettspiel enthalten. Verliert ein Charakter zu viele Ausdauer, landet er im St. Mary's Hospital (bei Geistiger Gesundheit landet er im Arkham Sanatorium), um sich auszukurieren und dann sein Abenteuer fortzusetzen. Das Sammeln der Hinweise erinnert stark an die typische Schnitzeljagd investigativer Abenteuer im Rollenspiel. Auch die Möglichkeit, Kreaturen des Mythos mit der passenden Ausrüstung zu bezwingen, geht weniger auf Lovecrafts nihilistischen Kosmos zurück, als vielmehr der Tatsache, dass es im RPG (theoretisch, wenn auch unwahrscheinlich) möglich ist, Monster zu töten. So kann Arkham Horror als eine Hommage an eine pulpige Variante des Rollenspiels durchaus herhalten.

Darüber hinaus bietet das Brettspiel eine Vielzahl eigener Charaktere mit verwobenen Hintergründen. Diese kommen auch bei anderen Spielen der Arkham Files (siehe unten) vor. Thematisch erweitert jede Erweiterung das Grundspiel mit neuen Facetten des Mythos.

Im Spiel wird der Term 'Großer Alter' zur Vereinfachung für Große Alte und Äußere Götter gleichermaßen benutzt.

Nach dem großen Erfolg von Arkham Horror sind noch einige weitere Spiele erschienen, die den selbstgeschaffenen Kanon des ersten Spiels aufgreifen und auf andere lokale Ebenen ziehen. Außerdem nutzen sie größtenteils die gleichen Illustrationen, um eine gewisse Kohärenz zu schaffen.

In regelmäßigen Abständen erscheinen zudem Romane, um den Kanon der Spiele zu erweitern:

  • Steven Savile and Steve Lockley: The Sign of Glaaki
  • Peter J. Evans: Feeders from Within
  • Alan Bligh: The Dance of the Damned
  • Alan Bligh: The Lies of Solace
  • Alan Bligh and John French: The Hungering God
  • Graham McNeill: Ghouls of Miskatonic
  • Graham McNeill: Bones of the Yopasi
  • Graham McNeill: The Dweller in the Deep
  • Der Fluch des Schwarzen Pharao (+ überarbeitete Version)
  • Das Grauen von Dunwich
  • Der König in Gelb
  • Kingsport Horror
  • Schwarze Ziege der Wälder
  • Schatten über Innsmouth
  • Das Tor des Verderbens
  • Miskatonic Horror

Arkham Nights ist eine jährliche, offizielle Veranstaltung, bei der sich Leute treffen können, um speziell Arkham Files-Spiele mit anderen Menschen zu spielen. Dabei gibt es jedes Jahr einiges an Bonusmaterial für Arkham Horror, so auch neue Große Alte-Bögen.

  • 2010: Cthulhu (Alternativbogen) und Daoloth (neuer Großer Alter)
  • 2011: Hastur (Alternativbogen)
  • 2012: Yig (Alternativbogen)

Seit 2011 bietet Fantasy Flight Games eine Unterstützungsapp für Arkham Horror an, mit der sich Charakterwerte bestimmen und sich zufällige Karten ziehen lassen. Zudem bietet die App die Funktion, die Spielbretter digital unter die Lupe zu nehmen. Karten und Spielbretter aus den Erweiterungen müssen zusätzlich heruntergeladen werden.

Fantasy Flight Games hat in regelmäßigen Abständen jedes Monster und jeden Ermittler aus Arkham Horror als bemalte Plastikminiatur herausgebracht. Da die Monster und Ermittler sich in allen Spielen der Arkham Files überschneiden, sind sie auch zu jenen kompatibel.

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  • Zuletzt geändert: 03.11.2016 16:07 Uhr
  • von blackdiablo