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Manly Wade Wellman

​Manly wade wellman wurde als Sohn eines Offiziers in Portugiesisch-Westafrika geboren. Die Familie besuchte mehrmals Großbritannien, bevor sie dann dauerhaft in die USA zog, wo Wellman in Washington D.C. zur Schule ging. Später erlangte er Abschlüsse in Anglistik und Rechtswissenschaften.

Bereits zu Schulzeiten hatte er für einige Geschichten Lob des Lehrkörpers erhalten und obwohl seine Familie von dieser Aktivität weniger angetan war, setzte er seine Tätigkeit als Amateurschriftsteller fort. Er konnte seine erste Geschichte 1927 veröffentlichen und im selben Jahr verkaufte er auch das erste Mal etwas an „Weird Tales“. Auch seine spätere Ehefrau Francis Obrist schrieb Schauergeschichten für die Pulps.

Wellman etablierte sich in den 20ern als Filmkritiker und Pulpautor diverser Genres. Neben Horror schrieb er auch Western, Detective- und Science-Fiction. Während der Großen Depression ging er nach New York, um dort Arbeit zu finden. In den 30ern nahm er an informellen Mittagessen der lokalen SF-Autoren teil; laut Alfred Bester war er ein „Südstaatler mit diversen Lokalanekdoten“, der sich stark für die Seite der Konföderierten ausgesprochen habe: „Aber wir ließen ihm das durchgehen, denn unsere Seite hatte den Krieg schließlich gewonnen. Zum Essen bestellte Wellman immer Wein.“ Als der zweite Weltkrieg ausbrach, wurde Wellman als First Lieutenant der US-Army nach New Jersey beordert, wo er dann auch blieb und begann, nun auch für das neue Medium zu schreiben: Comics.

Wellman war ein extrem produktiver Autor für verschiedene Medien, dessen Geschichten nach dem Niedergang der Pulps auch in Taschenbüchern und Paperbacks publiziert wurden. Laut eigener Aussage habe er an die 500 Geschichten und Artikel verfasst. Er hat zahlreiche Genre-Awards erhalten, ein historischer Artikel über Freiwillige im US-Bürgerkrieg war sogar für den Pulitzer-Preis nominiert.

Obwohl eng mit einigen Pulp-Autoren wie Henry Kuttner und Seabury Quinn befreundet, hat Wellman Lovecraft nie getroffen oder angeschrieben. Wohl verehrte Wellman aber dessen Arbeiten, denn er baute immer wieder lovecraftige Elemente in seine Geschichten ein; bei Sprague de Camp ist gar zu lesen, dass Wellman in den 30ern auf der Suche nach einer Necronomicon-Ausgabe durch die Antiquariate gegangen sei. Eine Sache, die er 1937 in der Geschichte „The Terrible Parchment“ dann grausig-humorvoll verarbeitete (auf Deutsch jüngst in der Anthologie „Das Necronomicon“ beim Festa Verlag erschienen). Die Story widmete er HPL zum Andenken. Dem Mythos-Autor Edward P. Berglund teilte er allerdings einmal brieflich mit, er fühle sich von Lovecraft nicht direkt inspiriert sondern wolle ihm lediglich die Referenz erweisen.

Wellman verstarb 1986 im Alter von 82 Jahren. Er blieb bis zuletzt aktiv und schrieb Geschichten verschiedenster Art. Dabei scheute er sich auch nicht, die Genres durcheinander zu würfeln, wie u.a. seine Doyle-Wells-Variante „Sherlock Holmes and the War of the Worlds“ belegt.

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  • Zuletzt geändert: 23.09.2018 22:11 Uhr
  • von black_juju